Schritt für Schritt

Arnsberg wird entschildert

In der 31 und 32 Kalenderwoche ist es nun soweit: die zuvor verhüllten Schilder werden abgehängt.

Und zwar alle! Einzig und allein eines bleibt hängen. Bei diesem Schild handelt es sich um einen Wegweiser zur Autobahn. Anwohner hatten darauf hingewiesen, dass bei Fehlen des Schildes viele Navigationssysteme die Fahrer noch über die alte Zufahrt durch die Wagenbergstraße schickten.

Unterm Strich eine fantastische Bilanz der Aktion „Schilderwald“.

 

SimplyCity geht in die nächste Runde

Ergebnisse der Bürger-Workshops vorgestellt

Im Landesmodellprojekt SimplyCity ist ein weiterer entscheidender Schritt vollzogen: Nach Abschluss der Planungsphase wurden die Maßnahmen den Bürgerinnen und Bürgern zur Abstimmung vorgelegt. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen – 100 %ige Zustimmung zu den Vorschlägen der Experten.

Rund 30 Personen, darunter eine sechsköpfige Delegation aus Lippstadt, waren am vergangenen Freitag der Einladung der Stadt gefolgt. In einer rund zweistündigen Veranstaltung wurden die aus den Bürgerworkshops resultierenden Planungen vorgestellt. Es folgte eine rege Diskussion, an deren Ende alle Daumen oben waren.

Im Modellgebiet Hüsten-Zentrum geht es in erster Linie um den Bau eines Kreisverkehrs und Verbreiterung der Gehwege. In Hüsten Nord steht der Ersatz von Lichtsignalanlagen durch Querungsstellen mit Fußgängerüberwegen und die Bevorrechtigung des Radverkehrs (Ruhrtalradweg) über die Delecker Straße im Vordergrund. In Herdringen – Modellgebiet Nr. 3 – liegt der Fokus auf der Temporeduzierung, der optischen Einengung der Fahrbahn durch Markierungen und zusätzliche Querungsstellen.

Thomas Vielhaber, Leiter der Stadtentwicklung, zeigte sich höchst zufrieden mit dem Verlauf des Nachmittags: „Offensichtlich ist es gelungen, die Ideen aus den Bürger-Workshops richtig zu übersetzen. Damit ist ein wichtiger Teilerfolg zu verbuchen.“ Als nächstes muss die Detailabstimmung mit den Fachbehörden und der Polizei erfolgen, dann muss die Politik über die Planungen abstimmen. Danach soll direkt die Umsetzung beginnen.

Bereits im vergangenen Jahr hatten insgesamt 70 Arnsberger ihre Ideen zu einer idealen „SimplyCity“ in sogenannten Bürger-Workshops präsentiert. Diese Ideen wurden in konkrete Maßnahmen und Planungen umgesetzt und den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt.

Die Gäste der Ratsfraktion SPD aus Lippstadt wollten sich vor Ort über SimplyCity informieren, da auch in Lippstadt Interesse an der Durchführung von SimplyCity besteht.

SimplyCity ist ein Modellprojekt des Landes Nordrhein-Westfalen und beschreibt ein neues Stadt- und Mobilitätskonzept, das im Sinne des Leitgedankens "Weniger ist mehr." das Leben in der Stadt und insbesondere die Mobilität aller Verkehrsteilnehmer konsequent vereinfachen will.

 

Weniger Schilder für Hüsten

Besondere Vorsicht durch neue Verkehrsregelungen geboten

Hüsten. Endlich ist es soweit: Der Schilderwald lichtet sich. Im Rahmen des Landesmodellprojektes SimplyCity werden ab Donnerstag, den 5. Mai 2011, für einen Zeitraum von knapp zwei Monaten in Hüsten-Mitte und im Bereich Arnsberger Straße / NASS überflüssige Verkehrsschilder mit auffälligen gelben Plastiksäcken verdeckt. Durch die Verhüllung wird ihre verkehrsrechtliche Wirkung aufgehoben. Ist die „Probezeit“ ohne Schilder erfolgreich bestanden, werden sie schlussendlich demontiert.

Bis dahin gilt für die Verkehrsteilnehmer besondere Vorsicht. Denn durch den Wegfall der Schilder ändern sich die Verkehrsregeln, im Einzelfall auch Vorfahrtsregelungen. Die Empfehlung der Stadtverwaltung lautet daher, besonders aufmerksam zu fahren, um sich an die neuen Situationen zu gewöhnen – insbesondere deshalb, weil zum regulären Verkehr zurzeit auch noch der umgeleitete Verkehr der Baustelle am Marktplatz hinzukommt.

Welche Schilder unter dem „gelben Sack“ verschwinden, hatte bereits im Vorfeld eine Kommission aus Vertretern der Stadtverwaltung, der Polizei, des ADAC, der Bezirksregierung Arnsberg und des Verkehrsministeriums ermittelt. Ausgewählt wurden alle Schilder, die überflüssig oder im Sinne der Verkehrssicherheit sogar kontraproduktiv sind. Das sind bis zu 56% aller Schilder in den SimplyCity-Modellgebieten.

Ob nach der sechs- bis achtwöchigen Verhüllung tatsächlich alle abgedeckten Schilder abgenommen werden, darüber entscheidet eine abschließende Prüfung. Grundlage sind die gewonnenen Erfahrungen hinsichtlich Verkehrsfluss und Verkehrssicherheit, aber auch das Feedback aus Politik und Bürgerschaft.

Ursprünglich sollte die Aktion bereits im Dezember starten, doch witterungsbedingt musste die Verhüllung ins Frühjahr verschoben werden. Ziel der Verhüllungsaktion ist es, das Leben in der Stadt und insbesondere die Mobilität aller Verkehrsteilnehmer konsequent zu vereinfachen.

Parallel zur Entschilderung werden derzeit die Ergebnisse aus den Bürgerworkshops in Hüsten und Herdringen in konkrete Planungen umgesetzt. Diese werden im nächsten Schritt den Bürgern vorgestellt und dann den politischen Gremien zur Abstimmung vorgelegt.

 

Aktion Schilderwald ins Frühjahr verschoben

Als Auftakt für die„Aktion Schilderwald“ stülpten Bürgermeister Jürgen Vogel und Ulrich Malburg vom Landesverkehrsministerium am 14. Dezember eine gelbe Verpackung über ein Tempo 30 Schild am Hüstener Marktplatz. In den nächsten zwei Monaten sollten weitere ausgewählte Schilder mit den gelben Plastiksäcken verdeckt werden. Witterungsbedingt musste die Aktion jedoch in den Frühling verschoben werden. Wann es weitergeht, erfahren Sie in der örtlichen Presse und natürlich hier.

 

Die Bürger sind gefragt
Workshops in den Modellgebieten

Im April und Juli wurden in den Modellgebieten Hüsten und Delecker Straße / Wagenbergstraße sowie Herdringen unter Beteiligung von Vertretern relevanter gesellschaftlicher Gruppen Workshops durchgeführt. Ziel dieser direkten und bürgernahen Mitwirkung war, die Ideen und Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger so exakt wie möglich zu erfassen und gleichzeitig eine neue Kultur des Miteinanders von Bürgern, Wirtschaft, Kultur und Politik in ihrer Stadt zu etablieren.

Arnsberg ist bekannt für eine rege Kultur der Partizipation und Bürgermitwirkung. So zeichneten sich die Workshops durch ein hohes Maß an Engagement, Kreativität sowie Begeisterung an der Sache aus – sowohl von Seiten der Teilnehmer als auch der Stadt Arnsberg. Bürgermeister Hans Josef Vogel ließ es sich bspw. nicht nehmen, den ersten Workshop persönlich zu eröffnen. Insgesamt waren bis zu 45 Teilnehmer der Einladung der Stadt Arnsberg gefolgt – Politiker aller Coleur, Fachleute aus der Verwaltung, der Polizei, Geschäftsleute, Vereinsvertreter aber auch „ganz normale“ Bürgerinnen und Bürger. Sogar einige Kinder und Jugendliche bereicherten die Veranstaltungen und schilderten ihre Bedürfnisse an eine „SimplyCity“.

In sich abwechselnden Phasen aus Plenums- und Kleingruppenarbeit entstanden Visionen einer idealen „SimplyCity“. Die Entwicklung von Leitwerten sowie konkreter auf die Umsetzung der Visionen ausgerichteten Maßnahmen sorgte für die notwendige Bodenhaftung. Wie auch im Gesamtprojekt stand fest: Einfachheit ist die oberste Prämisse – im Hinblick auf die Straßenraumgestaltung aber auch auf die langfristige Finanzierbarkeit von Mobilität. Entsprechend den erweiterten Zielen von SimplyCity, wurden ebenfalls Fragen der Verkehrssicherheit, Lebens- und Mobilitätsqualität und das Thema Parken behandelt. Kurz: Welchen Beitrag kann SimplyCity zu einer zeitgemäßen Mobilitätskultur und der Gestaltung urbaner Lebensräume leisten?

Workshop 1, 16. April 2010
Hüsten // Delecker Straße / Wagenbergstraße

Prämisse in Hüsten war es, die bestehende Planung für die Heinrich-Lübke-Straße mit „SimplyCity“ zu vernetzen. Eine Überprüfung durch das projektleitenden Büro hatte bereits im Vorfeld stattgefunden.

Im Vordergrund stand ganz klar die Entwicklung einer zukunftsfähigen Vision, die Hüsten zu einem lebendigen, attraktiven Stadtteil werden lässt und den neuen Freizeit- und Gesundheitsmittelpunkt Arnsbergs bildet. Frei- und Grünflächen, Einkaufsmöglichkeiten und Außengastronomie sollen in Hüsten die Lebens- und Aufenthaltsqualität deutlich steigern.

Generell wurde eine deutliche Aufwertung der nicht-motorisierten Mobilität gewünscht. Zentraler Punkt war die Schaffung eines attraktiven, durchgängigen und sicheren Rad- und Fußgängerverkehrsnetzes. Insbesondere im Sinne der Anbindung Hüstens an den Sportpark/große Wiese und der Schaffung kurzer, direkter Wege sei dies wichtig. Als eine wichtige Maßnahme in diesem Zusammenhang wurde die Verbesserung des Radwegs im Tunnel zum alten Friedhof genannt. Folgende Veränderungen seien wünschenswert: Niveauangleichung, Tunnelsituation verbessern, Durchgängigkeit schaffen, Beleuchtung. Weitere Vorschläge lauteten: Vorfahrt für Radfahrer an der Querung Delecker Straße, Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung, Schutzsteifen für Fahrradfahrer einrichten und eine Temporeduzierung für den Kfz-Verkehr innerorts.

Aber auch für den Öffentlichen Verkehr spielte das Thema Vernetzung/Anbindung eine Rolle. So wurde die Idee eines neuen „Elektrogefährts“ geboren, welches zusätzlich zum ÖPNV für eine bessere und benutzerfreundlichere Anbindung Hüstens sorgen solle.

Für die Autofahrer wird eine bessere Anbindung des Krankenhauses und des Gewerbegebietes gewünscht. Die Möglichkeit des Ampelabbaus solle überprüft werden, da dies hinsichtlich der Vereinfachung und langfristigen Kostenreduktion an vielen Stellen als zentraler Punkt gesehen wurde. So könnten an folgenden Kreuzungen Kreisverkehre die Signalanlagen ersetzen: Arnsbergerstraße / Wegenbergstraße, Arnsbergerstraße / Klosfuhr und Arnsbergerstraße / Delecker Straße.

Der Umbau der Marktstraße zur Einbahnstraße ggf. in Kombination mit „Shared Space“ wurde ebenfalls diskutiert. Die Umgestaltungsmaßnahmen sollen vor allem dazu dienen, die Markstraße sicherer und attraktiver zu machen.

Ein möglicher erster Schritt in Richtung „Wunsch-SimplyCity“ sei die Einrichtung eines Bolz-/ Spielplatzes im Zentrum. Hierzu wurde direkt ein „Prüfauftrag“ an die Stadt ausgesprochen, in wie weit ein solcher Platz an der Röhrschule eingerichtet werden könne.

Leitend für die Entwicklung aller Ideen und Maßnahmen waren die Werte Lebensqualität, Sicherheit, Miteinander, Umweltbewusstsein/Nachhaltigkeit und Erreichbarkeit.

Workshop 2, 1. Juli 2010
Ortsdurchfahrt Herdringen

In Herdringen lag eine besondere Situation vor: Die hohe Verkehrsbelastung durch den Schwerlastverkehr, die dementsprechende Ruhestörung und einen erheblichen Verlust an Lebensqualität.

Somit stand an erster Stelle der Wunsch nach Verkehrsberuhigung und städtebauliche Aufwertung der Ortsdurchfahrt. Die Herdringer zeichneten ein Bild, das den Ortsteil und insbesondere die Ortsdurchfahrt wieder zu einem lebenswerten, sicheren und gesunden Ort macht. Der Wunsch nach Begrünung – vor allem der geografischen Mitte – trat deutlich hervor, zum Einen um die Gestaltqualität zu verbessern, aber auch um einen zentralen Platz zu schaffen, der zum Verweilen einlädt. Ein weiterer wichtiger Aspekt war das Bedürfnis nach mehr (Verkehrs-) Sicherheit für Fußgänger.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Anhebung der Lebensqualität und die Schaffung von menschlichen und lebenswerten Strukturen das zentrale Anliegen der Herdringer ist.

  •          Lebensqualität
  •          Verkehrssicherheit
  •          Umweltqualität
  •          Ruhe
  •          Grün

Als Sofortmaßnahmen wurde die Anbringung eines mobilen Geschwindigkeitsdisplays, die Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit innerhalb der Ortsdurchfahrt auf max. 30 km/h, die Realisierung von zusätzlichen Querungsmöglichkeiten (Zebrastreifen) sowie die Durchführung von Verkehrs-/ Geschwindigkeitskontrollen angestrebt.

Mittelfristig werden die baulich-verkehrstechnische Akzentuierung des Ortsanfangs sowie –endes und eine umfassende Begrünung und somit Steigerung der Aufenthaltsqualität gewünscht. Als langfristige Maßnahmen werden das Aufbringen einer neuen Fahrbahndecke (Flüsterasphalt) sowie vereinfachte Kreisverkehre beabsichtigt.

 

Die Umsetzbarkeit dieser Maßnahmen wird nun von der Stadt Arnsberg geprüft.