Eröffnungsveranstaltung am 18.11.2009

„SimplyCity“ startet in Mülheim an der Ruhr

Der Schilderwald lichtet sich.

Mit der „Verhüllung“ von ausgewählten, überflüssigen StVO-Verkehrszeichen und Wegweisern startet am Mittwoch, den 18. November 2009 in Mülheim a.d. Ruhr Minister Lutz Lienenkämper das Modellprojekt „SimplyCity“ - die einfache Stadt.

Zusammen mit der Oberbürgermeisterin der Stadt Mülheim, Frau Dagmar Mühlenfeld, und dem ADAC Präsidenten Peter Meyer wird er das erste Verkehrszeichen, das künftig entfallen soll, mit einer gelben Plastikhülle verdecken.

Nach dem Leitmotiv „Weniger ist mehr!“ hat eine Kommission aus Vertretern der Stadtverwaltung, der Polizei, des ADAC, der Bezirksregierung Düsseldorf und des Verkehrsministeriums in den drei Modellgebieten Mülheim-Heißen, Mellinghofer Straße und City/ Leineweberstraße Verkehrszeichen und Wegweiser ausgewählt, die aus Sicht der Kommission überflüssig oder kontraproduktiv sind.

Im Rahmen einer ca. 2 Monate dauernden „Verhüllungsaktion“ werden diese zuerst mit gelben Plastiksäcken verdeckt. Damit wird ihre verkehrsrechtliche Wirkung aufgehoben und zugleich die „neue“ Situation erprobt.

Nach der „Probezeit“ wird die Situation in den Modellgebieten abschließend geprüft. Die in der Probezeit gewonnenen Erfahrungen hinsichtlich Verkehrsfluss und Verkehrssicherheit, aber auch das feedback aus Politik und Bürgerschaft wird berücksichtigt. Die überflüssigen Schilder werden schließlich demontiert und auf dem Bauhof gelagert.

SimplyCity beinhaltet nicht nur den Abbau des Schilderwaldes - das ist nur der 1. Schritt von „Weniger ist mehr!“. Es geht darum, den öffentlichen Raum von allen verkehrstechnischen, baulichen und möblierungsspezifischen Elementen, oder auch unverständlichen Verkehrsregelungen zu befreien, die überflüssig und kontraproduktiv sind, und die Mobilität und Sicherheit zu Fuß gehender, Rad fahrender, Auto fahrender oder den öffentlichen Nahverkehr nutzender unnötig erschweren. Dieser Anspruch kann nur durch eine aktive Beteiligung von Bürgerschaft, Politik und Wirtschaft eingelöst werden.

Deshalb wird zeitgleich mit dem Projektstart das Internetportal www.muelheim-ruhr.simply-city.de freigeschaltet. Hier finden die Mülheimer(innen) nicht nur alle Informationen rund um das Projekt, sondern haben auch die Möglichkeit sich mit ihren Ideen direkt in das Projekt einzubringen. „Wir wollen SimplyCity zu einem breit angelegten Bürgerprojekt machen“, so die Oberbürgermeisterin, Dagmar Mühlenfeld. Sie appelliert an die Bürgerschaft, weitere überflüssige Verkehrszeichen und komplizierte Verkehrsregelungen - auch außerhalb der Modellgebiete - zu benennen, überflüssige Signalanlagen und komplizierte Vorfahrtsregelungen aufzuzeigen, aber auch Gefährdungsstellen zu lokalisieren. Es geht darum, alles aufzuzeigen, was Mobilität in Mülheim unnötig erschwert und verteuert. Dazu dient die Dialogplattform im Internet, um mit wenigen Mausklicks dabei zu sein.

„Kompakt, urban, mobil, grün und ... einfach“ so könnte laut Aussage von Verkehrsminister Lutz Lienenkämper die Formel für die Stadt Mülheim an der Ruhr von morgen lauten.