"Christo" in Heißen vom 26. - 28. November 2010

Dezernentin Sander verhüllte Betonsitz

Landesmodellprojekt SimpyCity packte Heißener Marktplatz in schwarze Folie

Von Freitagmorgen bis Sonntagabend glich der Heißener Marktplatz einer Dokumenta-Kunst-Installation. Schwarze Folie, Markierungsband und Aufkleber wiesen auf die Fehlplatzierung, bzw. Überflüssigkeit von unterschiedlichen Möblierungselementen hin. Insgesamt 87 Objekte wurden verhüllt. Helga Sander, Dezernentin für Umwelt, Planen und Bauen, betätigte sich als „Verhüllerin“.

Die Überraschung am Freitagmorgen war groß. Auf und rund um den Marktplatz Heißens waren über Nacht Blumenkübel, Fahrradständer, Betonsitze, Mülleimer, Schaukästen, Container und sogar eine Telefonzelle und zwei Litfasssäulen in Folie gehüllt worden - der erste Schritt der Entrümpelungsaktion im Landesmodellprojekt SimplyCity.

„Mülheim soll wieder attraktiver werden.“, so Helga Sander, die gemeinsam mit Ulrich Malburg vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr einen Betonsitz in Folie wickelte und als Patin für die Aktion auftrat. „Wir haben uns vor zwei Jahren für SimplyCity beworben, weil wir ein Zeichen setzen wollten. Dabei ging es uns zum einen um eine deutliche Steigerung der Lebens- und Aufenthaltsqualität, aber auch um das enorme Sparpotential, dass sich mit SimplyCity verbindet.“

Entrümpelung folgt

Jeder Blumenkübel kostet den Steuerzahler pro Jahr ca. 200 Euro. Ein teurer Spaß - vor allem wenn man bedenkt, dass jedes Element im Straßenraum gerade für ältere Leute ein potentielles Sicherheitsrisiko darstellt. Doch ein Ende für den Slalomparcours mit Rollator ist in Sicht.

In den kommenden Wochen sollen alle markierten Elemente entweder entfernt, neu angeordnet oder instand gesetzt werden. „Wir möchten das Stadtbild ordentlicher und übersichtlicher gestalten, aber vor allem die Fortbewegung für alle Verkehrsteilnehmer einfacher und sicherer machen.“, betonte die Dezernentin.

Experten bereiteten vor

Ende September hatte eine Expertenkommission aus Vertretern der Stadt Mülheim, des Ministerium, von StadtBauKultur NRW und des projektleitenden Planerbüros Südstadt bei einer Ortsbesichtigung entschieden, welche Elemente entfernt werden können.    
Im übrigen Stadtgebiet soll die Entrümpelung zwar ohne vorherige Verhüllung aber sukzessive auch erfolgen. Anregungen werden von der Stadt entgegengenommen. Die Eingaben können per Dialogkarte - erhältlich an allen Verwaltungsstandorten, in den Schulen und in zahlreichen öffentlichenEinrichtungen- oder hier gemacht werden.              
Diese direkte Partizipation ist wichtiger Bestandteil von SimplyCity und sorgt dafür, dass die Stadt im Sinne ihrer Bürgerinnen und Bürger verändert wird.

Weitere Maßnahmen, die im Rahmen des Modellprojektes umgesetzt werden sollen, werden zur Zeit konzeptionell aufbereitet. Die Ideen für diese Maßnahmen waren maßgeblich in den Bürger-Workshops in den Modellgebieten entstanden. Die Workshops hatten von März bis September stattgefunden. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse ist hier nachzulesen. In einer zweiten Reihe von Wokshops Anfang 2011 werden diese Konzepte noch einmal mit den Bürgern abgestimmt und anschließend der Politik vorgestellt.

An dem Modellprojekt, das von Juni 2009 bis Ende 2011 erstmalig durchgeführt wird, beteiligen sich die Städte Mülheim an der Ruhr und Arnsberg.   
SimplyCity beschreibt ein neues Stadt- und Mobilitätskonzept, das im Sinne des Leitgedankens „Weniger ist mehr“ das Leben in der Stadt und insbesondere die Mobilität aller Verkehrsteilnehmer konsequent vereinfachen will.